Pädiatrie-Coding-Assistent · Hilfe
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Bedienungsanweisung — Pädiatrie-Coding-Assistent

Vollständige Anleitung für Anwenderinnen und Anwender (Kodierfachkräfte, Ärztinnen und Ärzte). Eine kürzere Betriebs-/Deployment-Variante steht in BEDIENUNG.md; die Funktionsweise der Engine in FUNKTIONSWEISE.md und ENGINE.md.


1. Wozu dient die App?

Der Pädiatrie-Coding-Assistent prüft einen deutschsprachigen Arztbrief / Entlassbrief (oder die Klinikdokumentation) dokumentationsbasiert auf:

  • ICD-10-GM- (Haupt-/Nebendiagnosen) und OPS-Hinweise,
  • ambulante Abbildbarkeit (EBM/GOP) in der pädiatrischen Sprechstunde,
  • stationäre Vorprüfung (aG-DRG) für die Kinderstation,
  • Dokumentationslücken und Rückfragen an die behandelnde Ärztin / den Arzt,
  • eine Vergütungsschätzung (EBM-Punkte/€ bzw. aG-DRG) und Revisionssicherheit.
Die App ist eine Entscheidungsunterstützung. Sie ersetzt keine Kodierfachkraft, keinen Grouper, keine ärztliche Verantwortung und keine MD-/Rechtsprüfung. Alle Vorschläge sind gegen die aktuelle Jahres-/Katalogversion zu prüfen.

2. Start

Keine Installation nötig.

  • Direkt: web/index.html im Browser öffnen, oder
  • lokaler Server: python3 -m http.server 8000 im Ordner web/, dann

http://127.0.0.1:8000, oder

  • bereitgestellte Adresse des Hauses aufrufen.

Nach dem ersten Laden ist die App dank Service Worker offline lauffähig (Statusanzeige „Offline bereit").


3. Analyse in 4 Schritten

Oben links wählt eine Moduskarte den Eingabeweg: Voller OP-/Arztbericht (kompletter Workflow) oder Schnell-Kodierung (nur Stichwort → ICD/OPS-Vorschläge, ohne Bericht). Über das Darstellungs-Menü (☰ oben rechts) lässt sich zudem die Experten-Ansicht zuschalten — sie zeigt zusätzlich Katalogverwaltung, Simulations-Schalter und Audit-Trail; die einfache Ansicht (Standard) hält den klinischen Arbeitsweg frei davon.

1. Rahmen setzen (linke Spalte):

  • Abrechnungsjahr wählen.
  • Fachbereich/Setting wählen.
  • Prüfziel wählen:
  • Ambulant/EBM-Prüfung — Standard für die pädiatrische Sprechstunde.
  • Kodieroptimierung — maximale, belegbare Kodierschärfe (inkl. Nebendiagnosen für die aG-DRG).
  • Stationäre Begründung prüfen — Kontextfaktoren + Setting-/Vergütungsvergleich (aG-DRG).
  • MD- und Kürzungsrisiko prüfen — strengste Prüfung.

2. Arztbrief / Entlassbrief einfügen in das große Textfeld. Deutscher Freitext genügt. Nennen Sie: Haupt-/Nebendiagnosen, Anamnese, Aufnahme-/Entlassbefund, Verlauf, durchgeführte Maßnahmen, Medikation/Therapie, Entlassfähigkeit/Überwachung (siehe MUSTER-ENTLASSBRIEF.md).

3. „Analyse starten" klicken.

4. Auswertung lesen (rechte Spalte) — siehe nächster Abschnitt.

Schnell-Kodierung aus Stichwort (ohne Arztbrief)

Unter dem Prüfziel gibt es das Feld „Schnell-Kodierung aus Stichwort":

1. Ein Wort oder kurzer Satz genügt (z. B. „Fieberkrampf", „RSV-Bronchiolitis", „Gastroenteritis Exsikkose") → „Diagnose & Codes vorschlagen" (oder Enter). 2. Es erscheint eine anhakbare Auswahl-Liste mit bis zu 5 Diagnosen (ICD-10-GM) und 5 Maßnahmen (OPS):

  • Exakte Treffer sind vorangehakt.
  • Ähnliche Begriffe (Wortstamm-/Katalog-Treffer, z. B. „Krampf" →

Fieberkrampf R56.0) sind unangehakt und mit „ähnlicher Begriff – bestätigen" markiert.

  • Abgeleitete Vorschläge (z. B. Diagnose → typische Maßnahme) tragen den

Hinweis „abgeleitet – bestätigen". 3. Aktionen: „Auswahl übernehmen & prüfen" schreibt die angehakten Einträge als Mini-Bericht ins Berichtsfeld und startet die Vollanalyse; „Auswahl kopieren" kopiert die Liste als Text; „Schließen" blendet sie aus.

Tippfehler und Kurzformen werden toleriert („Bronchiolitiss", „Fieberkrmpf"). Mit geladenen Katalogen durchsucht die Schnellsuche zusätzlich den kompletten ICD-/OPS-Katalog volltextlich.


4. Die Auswertung verstehen

  • Leitkennzahlen oben: Revisionssicherheit (revisionssicher / mit Auflagen /

Kürzungsrisiko / nicht abrechnungsreif) und geschätzte Vergütung.

  • Lücken / To-dos: oben steht das höchste Kürzungsrisiko. Zu jeder Lücke gibt

es die konkrete Rückfrage, mit der sie geschlossen wird.

  • Kodevorschläge (ICD/OPS): jede Zeile zeigt **Code · Klartext · Konfidenz ·

Beleg. Aufklappen (Pfeil rechts) öffnet die Abrechnungskette**.

  • Aufgeklappte OPS-Zeile zeigt strukturiert in Tabellenform:
  • OPS-Katalog: Datei, Trefferzahl, Code-Liste, Beispiel,
  • EBM-Zuordnung: Subkodes, GOP,
  • Vergütung (Schätzung, ambulant): EBM-GOP-Kette → € (extrabudgetär hervorgehoben);

erfasste Sachkosten werden fallbezogen extrabudgetär zugerechnet.

  • Konfidenz-Logik: Ohne Textbeleg nie „hoch"; KI-Vorschläge nie „hoch".
  • Klick auf OPS-Titel: zeigt die anderen Schlüsselnummern der OPS-Gruppe (Endstellen).
  • Klick auf Diagnose-Titel: zeigt mögliche Maßnahmen/DRGs (Textähnlichkeit).
  • Bei Prüfziel Stationäre Begründung: Setting-Vergleich ambulant/EBM vs.

stationär/aG-DRG.

  • Ausgabe per Kopieren / Drucken / Export (MD, JSON, FHIR) übernehmen.
  • Auf dem Smartphone ist die Ansicht einspaltig mit einer durchgehenden

Scrollachse: Nach der Analyse springt die Seite automatisch zur Auswertung; die Abschnitte sind als wischbare Chips dargestellt. Ein fester Aktionsknopf am unteren Rand startet vor der Analyse die Prüfung und springt danach zur nächsten offenen Lücke.


5. Kataloge laden & pflegen

  • Automatisch: Sind Server-Kataloge vorhanden, lädt die App sie beim Start selbst.
  • Manuell (Experten-Ansicht): Katalog & OptionenErweiterte Einstellungen

→ Katalogtyp wählen → Katalog importieren (XLSX/XLS/CSV/TXT/JSON). Der Import bleibt lokal im Browser (IndexedDB), die Datei wird nicht hochgeladen.

  • „Kataloge aktualisieren" zieht erneut vom Server.
  • Paket exportieren/importieren: sichert alle lokalen Kataloge als JSON bzw. lädt

sie in einem anderen Browser.

Katalogtypen (pädiatrisch maßgeblich): ICD-10-GM, OPS, EBM (inkl. Anhang 2 OPS→GOP), aG-DRG, Zusatzentgelte/Pflegeerlös.

Ohne geladene Kataloge sind Vorschläge mit „Vorläufiger Vorschlag, Referenzkatalog nicht geprüft" gekennzeichnet.

6. Eigene Regeln anlegen

  • Button „Als Regel speichern" an einer Kode-Zeile macht ein Befund→Kode-Muster

künftig offline erkennbar.

  • Regeln werden lokal gespeichert und (falls Server konfiguriert) geteilt

synchronisiert. Keine Patientendaten in Regeln aufnehmen.

  • Verwaltung der Regeln über regeln.html.

7. Optionale Einstellungen

  • Regionaler Punktwert (ct/Punkt): Default ist der Orientierungswert 12,7404 ct.

Eigenen KV-/Regionalwert eintragen, damit die €-Schätzung regional passt.

  • Sachkosten / Material (€): optional. Fallabhängige Sachkosten (z. B. Material,

bestimmte Medikamente) stehen in keinem EBM-Katalog. Wird hier ein €-Betrag erfasst, rechnet ihn die Schätzung extrabudgetär (außerhalb MGV/RLV) hinzu.

  • KI-Ergänzung (optional, opt-in): Häkchen setzen + Endpunkt (z. B.

/suggest-codes). Wird nur für nicht ableitbare Kodes und nur online aufgerufen. Vor dem Versand wird der Text anonymisiert; bei unsicherer Anonymisierung wird der Aufruf blockiert. Ergebnisse sind „KI-Vorschläge (zu prüfen)". Datenschutzhinweise: SICHERHEIT-DSGVO.md.


8. Datenschutz im Alltag

  • Die Standardanalyse läuft lokal – der Bericht verlässt das Gerät nicht.
  • Der eingegebene Berichtstext wird bewusst NICHT gespeichert: Ein Neuladen der

Seite leert das Berichtsfeld (Datenschutz an gemeinsam genutzten Rechnern). Einstellungen (Prüfziel, Kataloghaken, Punktwert) bleiben erhalten.

  • Zur Verbesserung der App wird ein anonymisiertes Nutzungs-Protokoll geführt

(Stichwörter der Schnellsuche mit maskierten Ziffern, benutzte Funktionen, Geräteklasse). Niemals wird Berichtstext übertragen; die IP-Adresse wird nur als gekürzter Hash verarbeitet. Details: SICHERHEIT-DSGVO.md.

  • Für Tests keine echten Patientendaten verwenden.

9. Fehlerbehebung

SymptomUrsache / Lösung
„Referenzkatalog nicht geprüft"Katalog importieren oder „Kataloge aktualisieren".
Vorschläge fehlen / nur StammkodeTechnik/Seite im Bericht ergänzen (Endständigkeit).
Innere Bereiche scrollen nichtBehoben (Design): Eingabespalte und Auswertung scrollen regulär, mobil gibt es eine durchgehende Seiten-Scrollachse. Tritt es in einer alten Version auf: aktuelle App-Version laden.
Neue Version wird nicht geladenService-Worker-Cache: hart neu laden; ggf. Browserdaten der Seite leeren.
„KI-Ergänzung blockiert"Anonymisierung unsicher – Patientendaten manuell entfernen und erneut starten.
„KI-Endpunkt nicht erreichbar"Offline oder Endpunkt falsch – die regelbasierte Analyse bleibt gültig.
Vergütung = „—"EBM Anhang 2 + Punkte laden bzw. Eingriff nicht ambulant abrechenbar.

10. Grenzen

  • Keine verbindliche Kodierung, kein Grouper, keine Rechtsverbindlichkeit.
  • Vergütungswerte sind Schätzungen (× Punktwert) und gegen die Abrechnung zu prüfen.
  • Stationäre DRG werden nicht simuliert; bei stationärer Begründung dient der

Setting-Vergleich nur der Orientierung.

  • Maßgeblich bleiben die aktuelle Jahresversion, Kodierfachkraft, ärztliche

Verantwortung sowie MD-/Rechtsprüfung.